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Tafel mit Gedankenblase und Glühbirne

Für eine Gesellschaft mit weniger Vorurteilen

Würzburg (POW) Zu einem Studientag zum Thema „Begegnung von Christen und Muslimen im Alltag, Chancen und Grenzen“ haben sich am Mittwoch, 7. November, Haupt- und Ehrenamtliche der Diözese Würzburg im Schönstattzentrum Marienhöhe in Würzburg getroffen. Zusammen mit den muslimischen Religionslehrern Hamza Özkan und Fahri Kilic sowie mit drei Gästen aus Syrien betrachteten sie das Verhalten von Christen und Muslimen in Alltagssituationen. Begleitet wurde der Tag von Dr. Monika Berwanger vom Fortbildungsinstitut (fbi) der Diözese.

„Ein türkisches Sprichwort besagt: ‚Der Baum ist biegsam, wenn er noch ein Sprössling ist‘“, führte Özkan in seinen Vortrag ein. Özkan ist muslimischer Religionslehrer an fünf Schulen in Schweinfurt und beobachtet, wie Schüler unterschiedlicher Religionen miteinander umgehen. „Wenn wir die Kinder jetzt schon richtig informieren, haben wir später eine Gesellschaft mit weniger Vorurteilen“, wollte er mit dem Sprichwort verdeutlichen. Im Islamunterricht zeige er seinen Schülern stets Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu anderen Religionen auf, zum Beispiel in der Gebetshaltung. Immer wieder mache er die Erfahrung, wie wichtig der Unterricht sei, um sich gegenseitig kennenzulernen. „Das können die Eltern zuhause nicht leisten.“ Häufig beschwichtige er Streitigkeiten unter den Schülern und vermittele. Auch für die Kollegen sei er Ansprechpartner, wenn es zum Beispiel um die Gestaltung des Schwimmunterrichts oder den Mensagang während des Ramadans gehe.

Kilic ist seit 2004 muslimischer Religionslehrer in Deutschland und unterrichtet pro Jahr an rund acht Schulen in Unterfranken. Für seinen Vortrag hatte er ein Schulbuch aus dem Islamunterricht für erste und zweite Klassen mitgebracht. Darin werden unter anderem wichtige christliche Feiertage wie Ostern und Weihnachten vorgestellt. Auch in seinem Unterricht seien die anderen Religionen relevant, vor allem das Christentum. Dabei versuche er, den Kindern stets klarzumachen: „Der Mensch soll, egal in welcher Gesellschaft er lebt, für diese Gesellschaft nützlich sein.“ Ihm sei bewusst, dass die Schüler vieles aus der Schule auch zuhause thematisierten. „Deshalb muss alles, was wir erzählen, mit dem Koran übereinstimmen“, weshalb er immer die passenden Zeilen parat habe.

Für eine anschließende Fragerunde standen neben den beiden Referenten auch die Syrer Osama und Mohammad Albernawi sowie Alaa Salhab für Antworten zur Verfügung. So erfuhren die Teilnehmer, dass Fragen nach dem Glauben, Gehalt oder zur Kindererziehung im Smalltalk tabu sind. Ein spontaner Besuch bei einer muslimischen befreundeten Familie sei durchaus möglich, man solle sich aber bewusst sein, dass die Familie dafür andere Termine extra ausfallen lasse. Auch die Themen Augenkontakt oder Sitzordnung im Auto kamen zur Sprache.

„Ich habe vieles über Kommunikation erfahren“, sagte Ruth Weisel. In ihrem Bekanntenkreis gebe es einige Muslime. „Jetzt habe ich Input bekommen, wie man Freundschaften aufbauen kann und wie man sich dabei verhält.“ Peter Langer nimmt neue Erfahrungen für den Alltag mit. Er habe zum Beispiel gelernt, dass es bei einer Einladung durch eine muslimische Familie Abendessen, Nachtisch und später noch Obst und Kaffee gibt. Erst danach sei die Zeit angemessen, sich zu verabschieden.

Bereits zum zwölften Mal begleitete Berwanger einen Studientag zum Islam. „Ziel ist es, dass sich Christen und Muslime gegenseitig verstehen“, erklärte sie. Gerade in den Schulen kämen viele Situationen auf, die für Unverständnis sorgen. Deshalb seien die Religionslehrer besonders in ihrer Vermittlerrolle gefragt. „Die Studientage sind immer sehr schnell ausgebucht.“ Auch die Referenten seien immer wieder überrascht, wie groß das Interesse ist.

rh (POW)

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