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Ein Tag voller Staunen

Würzburg, 19.03.2026. Bistum Würzburg und Caritas veranstalten Tag des Hausmeisters und Haustechnikers 2026 im Center for Applied Energy Research (CAE). Ein Haustechniker aus der Runde „Ich wusste bislang gar nicht, dass es diese innovative Einrichtung in unserer Stadt gibt und konnte nur staunen.“

Als eine gute Mischung aus Klassentreffen und Fortbildung bezeichnete Bildungsreferent Wolfgang Schuberth den inzwischen traditionsreichen Tag des Hausmeisters und Haustechnikers und begrüßte am St. Josefs-Tag, 19. März, gut vierzig Kollegen am Würzburger Hubland im Center for Applied Energy Research (CAE). Ein besonderes Willkommen ging erneut an Hausmeister aus dem benachbarten Bistum Fulda, die vor vielen Jahren „nur mal vorbeischauen wollten“ und seither fester Bestandteil der Gruppe sind. „Wir freuen uns auch über einen Kollegen aus der Oberpfalz“, so Schuberth. Besonders begrüßt wurde erneut Marion Reitzenstein von den Würzburger Rita-Schwestern als einzige Frau in einer Männerdomäne.

Besonderen Eindruck hinterließ der Vortrag von Dr. Hans-Peter Ebert, Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender des CAE. Er gab einen umfangreichen Einblick in die innovative Arbeit des Instituts. „Wir verstehen uns hier als Brückenbauer zwischen Forschung und praktischer Anwendung, zwischen Universität, Fachhochschule, anderen Einrichtungen und der Industrie.“ Jedem sei klar, dass wir bei steigendem Energiebedarf innovative Lösungen für die Zukunft brauchen, um Einsparziele erreichen zu können. In jedem modernen Kühlschrank, so Ebert, stecke inzwischen Isolationstechnik, die im CAE entwickelt wurde. Ebenso spiele auch die Heizungs- und Klimatechnik eine wichtige Rolle und nicht zuletzt die Weltraumforschung. „Es geht um Nachhaltigkeit und Effizienz. Es geht aber auch um Akzeptanzforschung.“

Auf einer Führung durch das futuristisch anmutende Gebäude, bekamen die Teilnehmer einen guten Einblick in neueste Techniken und das, was den Markt in vielleicht zehn oder fünfzehn Jahren erreichen wird. „Innovation kostet nicht nur Geld, sondern braucht auch Zeit“, stellte Ebert klar. Gleichzeitig gebe es im internationalen Vergleich auch einen gewissen Forschungsdruck. Er selbst sehe Deutschland insgesamt aber gut aufgestellt. Ebert stellte beispielhaft eine Gipsplatte mit völlig neuen Dämmeigenschaften vor und zeigte ein Fenster mit Doppelverglasung und Vakuumtechnik mit hervorragender Isolation. „Wir schauen, was mit Fassadenbegrünung und mit Regenwasser möglich ist.“ Im Forschungsbereich des CAE konnten die Teilnehmer einen modernen „Heizungskeller“, eine künstliche Sonne zum Testen neuer Solaranlagen, ein spezifiziertes Röntgengerät und ein hochauflösendes Elektronenrastermikroskop bestaunen.

Das Gebäude am Hubland wird durch zahlreichen Sensoren gesteuert. Sie regeln effizient Temperatur, Belüftung und Beleuchtung. „Unser Stromverbrauch kommt eher durch die Technik, die wir für die Forschung und Entwicklung benötigen, denn da geht es oft um höchste und dann wieder um niedrigste Temperaturen.“ Diese zu erreichen, koste viel Energie. Die Haustechniker staunten nicht schlecht über einen Dämmstoff aus Glas, der nur wenig schwerer als Luft ist und eine Karbonkonstruktion, die bis zu 3.000 Grad auszuhalten vermag.

Dass es der Kirche ebenfalls ernst ist mit der Bewahrung der Schöpfung, machte Maximilian Braun vom Umweltteam deutlich in seinem Workshop „Hydraulischer Abgleich“. Wie kann die Regeltechnik in Heizungssystemen raumgerecht angepasst werden? Braun rechnete vor, dass es in diesem Bereich ein großes Einsparpotential gebe. Aus den Reihen der engagierten Haustechniker gab es viele Fragen und Anmerkungen.

Schließlich stellte Braun auch das Umweltkonzept der Diözese vor. „Wir wollen bis 2040 weitgehend klimaneutral sein“, formulierte er das ehrgeizige und von der Diözesanleitung vorgegebene Ziel für die Kirche in Unterfranken. Allen sei klar, dass es nicht allein um Schöpfungsthemen, sondern gleichermaßen auch ums Geld gehe. „Nicht wenige Kirchenstiftungen wissen nicht, wie sie die kostspielige Warmluftheizung weiterhin finanzieren sollen.“ Auch hier brauche es neue Ideen. Auch bei der Mobilität gebe es ein großes Einsparpotential, um den Ausstoß von Treibhausgasen erheblich zu reduzieren.

Mit einem Gruppenbild vor dem CAE und viel Dankbarkeit für gute Vorträge und die gastfreundliche Atmosphäre im Institut ging der Tag des Hausmeisters und Haustechnikers am Nachmittag zu Ende. „Das war hoch interessant und zugleich wieder sehr praxisnah“, meinte ein Haustechniker. Die kollegiale Vernetzung sei jedes Jahr sehr gut, lobte ein Kollege die Zusammenkunft. Schuberth zeigte sich am Ende dankbar für viele gute Ideen für einen nächsten Tag des Hausmeisters und Haustechnikers 2027. „Kaum geht so ein Tag zu Ende, schon sind neue Vorschläge da. Das stimmt uns zuversichtlich“, so Schuberth.

Sebastian Schoknecht

Weitere Informationen zum CAE finden Sie hier:

https://www.cae-zerocarbon.de/

Weitere Informationen zum Umweltteam und -konzept der Diözese Würzburg finden Sie hier:

https://www.bistum-wuerzburg.de/gemeinde-ehrenamt/umwelt/