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Tafel mit Gedankenblase und Glühbirne
Quranauslegung heute

Ein Fremdkörper in der westlichen Welt?

„Ein Fremdkörper in der westlichen Welt? Quranauslegung heute“ hieß eine Fortbildungsveranstaltung des Bistums Würzburg am 12.03.2019 im Schönstattzentrum, Die Islamwissenschaftlerin Hamideh Mohagheghi vom Seminar für islamische Theologie an der Universität Paderborn gab dabei den Teilnehmern bereichernde Erklärungen und Erkenntnisse zu diesem Thema mit.

Ihre grundlegende Haltung, die sie stichhaltig belegte: Wie Schriften des Alten und Neuen Testamentes, werden die Schriften des Quran durch einseitige Auslegung politisch missbraucht. Denn unter Einbezug ihrer Entstehung und dem historischen Kontext verkünden sie stattdessen Grundlegendes für ein Miteinander in Anerkennung der Würde und Entfaltungsmöglichkeiten jedes einzelnen.
So zeigte die  Referentin in ihrem Vortrag auf, dass der Quran im Grunde jeden auffordert, selbst über seine Texte nachzudenken. „Auch werden die Begriffe Verstand, Einsicht und Vernunft oft verwendet und die Menschen eindringlich ermahnt, für das Verstehen der Worte Gottes diese Mittel einzusetzen“, so  Frau Mohagheghi.
Im Islam ist der Quran die Verkündung von Gottes Wort durch den Propheten Mohammed. Doch genauso wenig wie die Texte des Alten und Neuen Testaments, sind seine Verse und Abschnitte „vom Himmel gefallen“. „Der Quran hat eine redaktionelle Geschichte und mit dieser beginnt schon seine Auslegung“, so die Referentin. In den Jahrzehnten  nach dem Tod Mohammeds im Jahr 632 nach Christi Geburt wurden die zunächst mündlichen Überlieferungen von verschiedenen Autoren aufgeschrieben. Wie und wann genau welche Texte zur jetzigen Gestalt zusammengefasst wurden, ist bis heute Gegenstand der Forschung. „Bei jeder Verschriftlichung einer mündlichen Erzählung spielt die subjektive Wahrnehmung des Schreibers eine Rolle“, sagte Frau Mohagheghi, „Der Quran soll ein Buch sein, das mit Verstand gelesen wird, daher ist Exegese legitim.“ 

Wie für die anderen Buchreligionen, gibt es heute für den Quran verschiedene Methoden der Auslegung, außerdem haben viele Begriffe im Quran haben mehrere Bedeutungen. Auch seien sie immer im Kontext ihrer damaligen Zeit zu sehen. Anhand der Sure 17,22 - 37 machte Frau Mohagheghi deutlich: Viele zentrale Aussagen ähneln den Inhalten des Dekalogs.
Doch was ist mit den Texten im Quran gemeint, mit denen Terrorgruppen ihr Handeln rechtfertigen und Männer sich auf ihr Recht berufen, Frauen schlagen zu dürfen?
Um diese Fragen ging es in den Gruppenarbeiten. Dabei  half in jeder Gruppe ein muslimischer Teilnehmer, die Zeilen besser zu verstehen. Es ergab sich, dass sich keineswegs ein eindeutiger Aufruf zur Tötung Anders- und Ungläubiger aus dem Quran herauslesen lässt. In Bezug auf das Schlagen von Frauen zeigte Frau Mohagheghi, dass es in der damaligen Zeit darum ging, die Rechtslage der Frauen zu verbessern.
Allen, die ihre Auslegung von Thora, Bibel oder Quran für die einzig Wahre erklären, setzte Frau Mohagheghi einen denkwürdigen Satz entgegen: „Sie meinen, es besser zu wissen als Gott. Aber Gott weiß es am Ende doch besser.“                                                                       

Gisela Burger

 

 

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